Sicherheitskonzept hat sich hervorragend bewährt / Dank an Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste
Autor:
Webmaster
Uhrzeit:
19:45 Uhr
Datum:
Donnerstag, 13.Juli 2006
Wiesbaden/Frankfurt. – Als einen „herausragenden Erfolg“ bewertet Innenminister Volker Bouffier den Einsatz von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz während der Fußball-Weltmeisterschaft. „Die intensive Vorbereitung und das umfassende Sicherheitskonzept haben sich ausgezahlt. Wir haben eine tolle Fußball-Weltmeisterschaft erlebt, bei der die Welt dank der hervorragenden Arbeit der Einsatzkräfte stets sicher zu Gast bei Freunden war. Hessen hat sich der Welt als ein guter Gastgeber präsentiert. Darauf können wir alle stolz sein“, sagte Innenminister Bouffier. Insbesondere das polizeiliche Einsatzkonzept mit dem zentralen Element der speziell geschulten 120 Kommunikatoren habe sich als überaus erfolgreich erwiesen. „Hier wurde sicherlich ein neues Kapitel polizeilicher Einsatzstrategie aufgeschlagen, das durchaus auch beispielgebend für andere Bundesländer ist“, sagte Bouffier.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit im nichtpolizeilichen Bereich sei laut Bouffier ein Beleg für den gelungenen Aufbau neuer Strukturen im Katastrophenschutz sowie ein gutes Beispiel für die zivil- und militärische Kooperation. Immerhin seien an den fünf Spieltagen in Frankfurt zusätzlich zu den Polizeibeamten 2500 Einsatzkräfte aus dem Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes im Einsatz gewesen, darunter über 1.700 ehrenamtliche Helfer aus Einheiten des Katastrophenschutzes und der Feuerwehren aus ganz Hessen. Der Minister bilanzierte, dass fünf WM-Spiele in Frankfurt mit mehr als 250.000 Besuchern ohne größere Probleme durchgeführt worden seien. Auch die mehr als 1.500 Public-Viewing-Veranstaltungen in ganz Hessen mit deutlich mehr als zwei Millionen Besuchern seien reibungslos verlaufen. „Das ist eine überragende Bilanz. In Hessen kam es zu keinerlei Ausschreitungen durch gewalttätige Fußball-Fans, obwohl wir an den Spieltagen in Frankfurt durchaus auch Problemklientel vor Ort hatten. Auch das sagt viel über den Erfolg des Sicherheitskonzeptes aus“, betonte Bouffier.

Innenminister Bouffier gratulierte der Hessischen Polizei zu dem erfolgreichen Einsatz. Das taktische Konzept mit der deutlich sichtbaren Präsenz, dem offenen und freundlichen Auftreten gegenüber den Besuchern, dem verbalen Intervenieren durch die 120 Kommunikatoren und dem konsequenten und raschen Unterbinden von Problemlagen habe sich als durchweg richtig erwiesen. „Die professionelle Arbeit der Polizei am ersten Wochenende, als rund 65.000 Engländer in Frankfurt waren, hat sicherlich maßgeblich zu dem positiven Bild, das insbesondere die englischen Medien von der deutschen Polizei zeichnen, beigetragen“, sagte der Minister. Die Polizei habe die richtige Mischung aus Lockerheit und Konsequenz gefunden, so Bouffier.

Während der Fußball-WM waren täglich durchschnittlich rund 3.000 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im WM-Einsatz. Der größte Kräfteeinsatz erfolgte am 21. Juni, als landesweit rund 5.500 Polizisten eingesetzt waren, davon alleine rund 4.500 in Frankfurt beim Spiel Holland-Argentinien. Am ersten WM-Wochenende beim Spiel England-Paraguay waren in Frankfurt in der Spitze rund 3.300 Polizeikräfte im Dienst. Zum Thema Überstunden merkte der Minister an, dass diese „dank des flexiblen Kräfteeinsatzes den erwarteten Rahmen unterschreiten“ werden. Bis zum Stichtag 2. Juli seien bei der Polizei zirka 382.000 Überstunden angefallen.

Allgemein Hessen
Insgesamt verzeichnete die Hessische Polizei für den Zeitraum seit dem 6. Juni hessenweit 533 Straftaten mit WM-Bezug. 735 Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen; drei davon gingen in Untersuchungshaft. 343 Personen wurden zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen. Schwerpunkt der registrierten Straftaten waren, wie erwartet, Diebstähle (329). Daneben kam es zu 65 Körperverletzungen, 38 Sachbeschädigungen und 24 Raubtaten. „Es kann festgestellt werden, dass die Kriminalitätszahlen mit WM-Bezug deutlich hinter den Befürchtungen zurückgeblieben sind. Auch kam es in Frankfurt zu keinen Verdrängungseffekten durch die starke Polizeipräsenz in der Innenstadt“, so Bouffier.

Im Bereich des Rotlichtmilieus stellte die Polizei zwar insgesamt 13 Fälle illegalen Aufenthalts von Frauen fest, Erkenntnisse über Zwangsprostitution oder Menschenhandel ergaben sich bisher nicht. „Die Ermittlungen in diesen Fällen sind noch nicht abgeschlossen, gleichwohl kann man feststellen, dass sich die vor der WM geäußerten Befürchtungen über massenweise nach Deutschland verschleppte Frauen nicht einmal ansatzweise bestätigt haben“, sagte Bouffier.

Stadion
Als „wenig problembehaftet“ bezeichnete Innenminister Bouffier den Verlauf der fünf WM-Spiele in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Dort verfolgten mehr als 250.000 Zuschauer die Spiele. Dabei registrierte die Polizei 73 Straftaten, in der Hauptsache wegen Diebstahls (20) und Hausfriedensbruchs (28). „Letztere waren Fans ohne Eintrittskarten, die durch Überklettern der Zäune versuchten, doch noch ins Stadion zu gelangen“, sagte Bouffier. Insgesamt 90 Personen wurden an den Spieltagen im Stadion vorläufig festgenommen oder in Gewahrsam genommen. Reibungslos war auch die Verkehrssituation rund um das Stadion. Die im Vorfeld befürchteten Staus blieben aus. Mit 401 Reisebussen wurde am 21. Juni beim Spiel Holland-Argentinien ein neuer Rekord verzeichnet. „Viele Besucher benutzten S-Bahn und Straßenbahn zum Stadion. Dieses vernünftige Verhalten hat sich für alle gleichermaßen ausgezeichnet“, sagte Bouffier.

Public-Viewing
Keine ernsthaften Sicherheitsstörungen verzeichnete die Polizei bei den rund 1.500 Public-Viewing-Veranstaltungen in Hessen. „Diese Veranstaltungen bereiteten den Sicherheitsbehörden vor der WM die größten Kopfschmerzen“, berichtete der Innenminister. Deutlich mehr als zwei Millionen Besucher nutzten das Angebot, die WM-Spiele auf Großbildleinwänden zu verfolgen. Herausragend war sicherlich die Main-Arena in Frankfurt mit den Bildschirmen in der Flussmitte. Alleine dort verfolgten mehr als 1,5 Millionen Besucher die Spiele. „Die Stimmung in der Main-Arena war einfach gigantisch, ein unbeschreibliches Erlebnis“, zeigte sich der Minister sehr beeindruckt. Ausgezahlt habe sich hier die intensive Vorarbeit und enge Zusammenarbeit mit den Veranstaltern sowie die Sicherheitsauflagen. „Die Ordnerdienste haben gerade bei den Zugangskontrollen einen sehr guten Job erledigt. Damit konnten alle Fans unbeschwert und fröhlich feiern“, sagte der Minister.

Als größtes Problem für die Polizei erwiesen sich an der Main-Arena Fans, die von den Mainbrücken sprangen oder die im Main schwimmen gingen. Insgesamt 338 Brückenspringer registrierte die Polizei während der WM, weitere 142 Personen wurden als „Schwimmer“ festgestellt. Von den betroffenen Personen wurden die Personalien festgehalten und Platzverweise erteilt. Allerdings: Die tatsächliche Zahl an Sprüngen dürfte ungleich höher liegen, da am 10. Juni englische Fans beinahe „im Sekundentakt“ insbesondere vom Eisernen Steg sprangen. „Die Wasserschutzpolizei schätzt, dass rund 60 Personen an diesem Tag rund 300 Sprünge unternahmen. Glücklicherweise blieben alle ohne Verletzungen“, sagte Bouffier.

Problemfans/Hooligans
Mit Blick auf gewalttätige Fans und Hooligans stellte der Minister fest, dass es während der WM in Hessen zu keinen Problemen gekommen ist. Ausschlaggebend hierfür seien sowohl die intensiven präventiven Maßnahmen vor der WM wie beispielsweise Gefährderansprachen, die intensive Aufklärungsarbeit während der WM in der Szene als auch die hohe Polizeipräsenz gerade in Frankfurt. Insgesamt 251 Gefährderansprachen führte die Polizei durch, gegen 26 Gewalttäter wurden Meldeauflagen verfügt, weitere 36 Gewalttäter erhielten sogar Aufenthaltsverbote für Frankfurt oder weite Teile der Stadt. Ein wichtiger Baustein im Konzept gegen Gewalttäter war zudem die Unterstützung der Hessischen Polizei durch ausländische Polizeikräfte. Insgesamt 80 ausländische Polizeibeamte versahen während der WM Dienst insbesondere in Frankfurt: 28 kamen aus England, 6 aus Südkorea, 6 aus Portugal, 7 aus Argentinien, 15 aus Holland, 7 aus Brasilien, 11 aus Frankreich. „Diese Unterstützung war eine wichtige Hilfe für die Polizei. Die gemeinsamen Streifengänge beispielsweise der englischen Bobbies mit ihren hessischen Kollegen haben sich durchweg ausgezahlt“, sagte der Minister.

Feuerwehr / Rettungsdienst
„Genauso wie die Polizei haben auch die Brand- und Katastrophenschützer die WM in Frankfurt souverän gemeistert“, lobte Bouffier die Einsatzkräfte. An den fünf Spieltagen in Frankfurt waren durchschnittlich 2510 Einsatzkräfte in Frankfurt tätig. Davon waren 290 Kräfte vom Technischen Hilfswerk und 99 Kräfte von der Bundeswehr. Die Hauptlast im nichtpolizeilichen Bereich trugen jedoch die über 1.700 ehrenamtlichen Helfer aus Einheiten des hessischen Katastrophenschutzes und hessischer Feuerwehren. Schwerpunktmäßig waren Sanitätszüge, Betreuungszüge sowie Spezialkräfte zum Aufspüren von Gefahrstoffen aus kreisfreien Städten und Landkreisen ganz Hessens eingesetzt. „All diese Helfer haben sich auch durch Kleinigkeiten Freunde gemacht. Als es darum ging, bei Gluthitze den Fans am Main eine Abkühlung zu bieten, wurden sie zum Teil frenetisch gefeiert, als sie mit ihren Strahlrohren die Fans duschten und überall war man voll des Lobes über die Hilfskräfte“, sagte Bouffier.

Die Statistiken zeigten aber deutlich, mit welchen hohen Einsatzbelastungen die Helfer während der WM fertig werden mussten: An den Spieltagen der WM in Deutschland gab es im Stadtgebiet Frankfurt 5816 Rettungsdiensteinsätze, 545 Brände und 540 Technische / Allgemeine Hilfeleistungen. „Unter den sanitätsdienstlichen Maßnahmen verstehen sich vorrangig Maßnahmen der ersten Hilfe an Besuchern, z.B die Versorgung von Kleinstwunden. Es wurde aber auch Herzinfarktpatienten behandelt oder schwerere Verletzungen in Folge von Stürzen“, erklärte der Minister. Auch aus Sicht der nichtpolizeilichen Helfer war der Spieltag am Samstag, 10. Juni, bemerkenswert. Sehr hohe Temperaturen führten zu kritischen Dehydrierungserscheinungen bei zahlreichen Besuchern. Dies äußerte sich in Form von Kreislaufproblemen. Da in der Main-Arena keine ausreichende Menge an Getränken zur Verfügung stand, wurden den Besuchern von der Katastrophenschutzleitung große Mengen an Mineralwasser kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Innenminister Bouffier dankte abschließend den Kräften von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz für ihren Einsatz während der Fußball-Weltmeisterschaft. „Was die vielen tausend Einsatzkräfte in den vergangenen Wochen geleistet haben, darauf können alle völlig zu recht stolz sein. Mit ihrem Engagement und ihrer Arbeit haben sie einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Welt wirklich sicher zu Gast bei Freunden war und sich Hessen von seiner besten Seite präsentieren konnte. Dass die Fußball-WM zu dem Gewinn für unser Land wurde, den wir uns alle erhofft haben, daran haben sie maßgeblichen Anteil“, sagte Innenminister Bouffier.

Quelle:
HmDI HEssen

 

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