Malteser zur Gesundheitsreform: Ausgabenabschlag im Rettungsdienst ist grober Unfug
Autor:
Webmaster
Uhrzeit:
20:43 Uhr
Datum:
Dienstag, 24.Oktober 2006
Köln (ots) - Als groben wirtschaftlichen, rechtlichen und
politischen Unfug werten die Malteser den Rettungsdienst betreffende
Änderungen durch die Gesundheitsreform. Unter dem Punkt "Fahrtkosten"
für Rettungsfahrten wird ein Ausgabenabschlag in Höhe von drei
Prozent an die Krankenkassen vorgesehen. Dazu Karl zu Löwenstein,
Geschäftsführer der Malteser Hilfsdienst gGmbH: "Wer dies verlangt,
mutet dem Bürger automatisch Qualitätseinbußen zu. Patienten zu
versorgen, Fahrzeuge auszustatten und das Personal hochqualifiziert
auszubilden, wird auf diese Weise immer schwieriger." Und zwar
bundesweit, unabhängig vom Abrechnungs- und Finanzierungssystem.

In den Bundesländern, bei denen für den Rettungsdienst der
Kosten-/Leistungsnachweis gilt, werden nur die tatsächlich
anfallenden Kosten abgerechnet: "Im Falle eines Ausgabenabschlags
würden die Leistungserbringer unweigerlich auf drei Prozent der
Kosten sitzen bleiben, egal wie wirtschaftlich sie arbeiten", so
Löwenstein. Das könne nur zu Defiziten führen. Zudem sei es rechtlich
und politisch fragwürdig, dass letztlich dann Spender und Förderer
für öffentliche Aufgaben aufkommen müssten.
In den Bundesländern, wo die Leistung offen ausgeschrieben und
pauschal abgerechnet wird, so Löwenstein weiter, würde die Abgabe
dazu führen, sie bereits im Vorfeld in das Angebot mit
einzukalkulieren. "Für die Sozialversicherung wird dadurch kein Cent
gewonnen! Es entsteht lediglich ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand,
der die Gesamtkosten antreibt."

Löwenstein schlägt vor - statt des drei-prozentigen
Abschlag-Unfuges - beispielsweise eher Anreize über Pauschalierungen
zu schaffen, die zu weiterer Steigerung der Effizienz anspornen
könnten.

Im Auftrag von Kommunen und Kreisen betreiben die Malteser
bundesweit 168 Rettungswachen mit 5.000 Mitarbeitern und 600
Fahrzeugen. Seit zehn Jahren arbeiten die Malteser als bislang
einzige Hilfsorganisation nach einem bundesweit einheitlichen
Qualitätsmanagementsystem im Rettungsdienst.


Quelle:
MHD

 

Antwort schreiben:

Name: 

Email:

Kommentar: